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Stahlbau-Familie Ott eisern auf Wachstumskurs
von Metallbau Ott

Stahlbau-Familie Ott eisern auf Wachstumskurs

Was am 1. Januar 1976 durch Jürgen Ott begann, ist zur Erfolgsgeschichte der Firma Metallbau Ott GmbH geworden. Gestern feierte der Sohn und Geschäftsinhaber Henryk Ott mit Familie, den Mitarbeitern und geladenen Gästen aus Politik und Wirtschaft die Eröffnung der neuen 675 Quadratmeter großen Produktionshalle und des 372 Quadratmeter großen Sozialtraktes.

Jürgen Ott begann damals in einer Schmiede am Wohnhaus, die knapp 80 Quadratmeter maß. „Zur damaligen Zeit kein leichtes Unterfangen“, so Henryk Ott bei seiner Ansprache vor knapp 180 Gästen. Damals waren besonders Zäune, Tore und Pkw-Anhänger gefragt. „Nebenbei lief der Hufbeschlag für einige Pferde“, sagte er. Nur Jürgen Ott und ein Rentner im Nebenerwerb erledigten die Arbeit.

Heute beschäftigt Henryk Ott 34 Mitarbeiter. Auf 60 soll die Zahl nochansteigen. Hinzukommensieben Lehrlinge, drei davon wurden in diesem Jahr eingestellt. „Wir habendarunter einen Austausch-Azubi aus Ungarn“, sagte Julian Jakubzyk, stellvertretender Geschäftsführer. „Und wir bieten schon lange Praktika-Stellen für Schulen undUniversitäten an.Das Besondere der Firma ist jedoch, dass wir vom Großkunden bis zum kleinen privaten Auftraggeber alle bedienen“, so Julian Jakubzyk. Neun neu angeschaffte Maschinen stehen jetzt in der eröffneten Stahlhalle. Darunter eine Abkantpresse, Blechschere und CNC-gesteuerte Bearbeitungsmaschinen zum Fräsen, Drehen und zur Lohnabfertigung für Massenware. Auf dem Grundstück gegenüber der Halle, das nun ebenfalls zur Firma gehört „entstehen Parkplätze für Mitarbeiter und Kunden. Außerdem ist ein Lager und Logistik angedacht“, so Jakubzyk. „Zukünftig möchten wir in der Fertigung auch Frauen einstellen. Deshalb haben wir jetzt einen Wasch- und Umkleideraum für Frauen eingerichtet.“

Im Eingangsbereich des Sozialtraktes fallen der geschwungene Tresenunddie gläserne, beleuchtete Treppe auf. Alles wirkt einladend, ist modern und hell gehalten mit viel Glas und Metall. Im Sozialtrakt befinden sichWasch-undUmkleideräume, Beratungsräume, ein Ausstellungs- und ein Schulungsraumfür Kunden. „Zu 70 bis 80 Prozent finanzierte die Firma den Bau eigenständig. Außerdem wurde in mehr als 5000 Stunden Eigenleistung selbst gebaut. Die gesamte Palette unseres Leistungsspektrums ist nun hier zu sehen“, so Julian Jakubzyk.

„Diese Firma ist wichtig für unsere Region“, sagte Doberans Bürgermeister Thorsten Semrau. „Die Region lebtvon mittelständischen Unternehmen“, so Dieter Heidenreich, einer der beiden Vorstandsvorsitzenden der Volks-und Raiffeisenbank eG. „Die Familie Ott kann stolz sein und ist der beste Beweis, dass sich Mut und Tatkraft auch auszahlen.“

Henryk Ott, der sich glücklich schätzte, dass auch sein gesundheitlich angeschlagener Vater bei der Eröffnung dabei sein konnte, gabeinen Einblick in die Firmengeschichte. „Ich erinnere mich noch an die körperlich schwere Arbeit an Schmiedefeuer und Amboss“, sagte er und zeigte auf den alten Amboss neben dem Rednerpult. „Die Kunden waren damals noch sehr geduldig. Wer Ostern etwas bestellte, konnte vor Weihnachten kaum mit den Produkten rechnen.“ 1983 stieg Henryk Ott in den Betrieb ein. „Im Zweitberuf erlernte ich die Bearbeitung von Stahl.“ 1991 erhielt er den Meistertitel und zwei Jahre später übergab Jürgen Ott die Schlosserei an seinen Sohn. „Im März 1994 konnten wir im Eikboom unsere erste Werkshalle mit 450 Quadratmetern erweitern.“ 1999 erhielt die Firma die Zulassung als Schweißfachbetrieb. 2000 erfolgte eine weitere Vergrößerung um 225 Quadratmeter. 2005 ging Jürgen Ott in den Ruhestand. „Treppen, Balkone, Geländer, Stahlbauarbeiten und alles was, mit Metall und Glas zusammenhängt, produzieren wir für den gesamten norddeutschen Raum und darüber hinaus“, sagt Henryk Ott.

Sabine Hügelland
Autorin Bad Doberan

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